Annäherungsschlag beim Golf: Die richtige Technik für ein starkes Kurzspiel
Darleen Wehner
Junior Sales Expert
📅 Aktualisiert am 29.07.2026
⏱ Lesezeit: 14 Minuten

Der Annäherungsschlag (englisch: Approach) bringt den Ball aus kurzer bis mittlerer Distanz möglichst nah ans Loch, bevor der Putt folgt. Er gehört zum sogenannten kurzen Spiel (Short Game) und umfasst vier Hauptvarianten: Chip, Pitch, Putt-Chip und Bump-and-Run. Wer seine Annäherungsschläge konstant nahe ans Loch bringt, benötigt weniger Putts und das ist der direkteste Weg zu einem besseren Score.
INHALTSVERZEICHNIS
Was ist ein Annäherungsschlag im Golf?
Beim Golfen bezeichnet der Annäherungsschlag jeden Schlag, der den Ball vom Vorgrün oder aus kurzer Distanz auf das Grün bringt. Er unterscheidet sich vom vollen Schwung durch eine deutlich kleinere Bewegung und vom Putt dadurch, dass der Ball zumindest kurz in der Luft ist. Typische Distanzen liegen unter 100 Metern, oft sogar unter 50 Metern.
Das kurze Spiel bildet eine eigene Disziplin innerhalb des Golfsports. Zu den Annäherungsschlägen zählen der Chip (niedriger Ballflug, viel Roll), der Pitch (hoher Ballflug, wenig Roll), der Putt-Chip (gespielt wie ein Putt vom Grünrand) sowie der Bump-and-Run (flacher Laufschlag, besonders auf Links-Kursen). Wer diese Varianten situationsgerecht einsetzt, legt die Grundlage für bessere Scores, unabhängig davon, ob man Par anstrebt oder einfach entspannter durch die Runde kommt.
Chip, Pitch, Putt-Chip oder Bump-and-Run – welcher Schlag ist wann richtig?
Der Chip eignet sich bei freiem Grün und kurzer Distanz, der Pitch bei Hindernissen oder größeren Distanzen, der Putt-Chip direkt am Grünrand bei ebenem Boden, der Bump-and-Run auf hartem Untergrund mit viel Rollweg. Die Wahl hängt daher von Distanz, Hindernissen und Bodenbeschaffenheit ab.
Chip und Pitch im Vergleich
Beim Chip bleibt der Ball nur kurz in der Luft und rollt dann den Großteil der Strecke. Der Schwung ist klein, das Handgelenk bleibt ruhig, der Loft des Schlägers ist gering. Liegt das Grün frei und die Distanz ist kurz, ist der Chip die sicherere Wahl, besonders für Einsteiger.
Der Pitch fliegt höher, landet weicher und rollt kaum. Er erfordert einen größeren Schwung und erzeugt durch den steileren Eintreffwinkel mehr Backspin. Backspin entsteht, wenn die Rillen des Wedges bei einem steilen Eintreffwinkel Reibung zwischen Schlagfläche und Ball erzeugen: Der Ball dreht sich rückwärts und stoppt nach der Landung schneller. Aus dem Semirough eignet sich der Pitch weniger, weil Gras zwischen Schlagfläche und Ball die Reibung reduziert. Typische Distanzen beim Pitch liegen zwischen 20 und 80 Metern.
Experten-Tipp: Reinigen Sie vor jedem Pitch die Rillen des Wedges mit einer Bürste. Festgesetztes Gras und Erde kosten spürbar Reibung und damit Backspin. Aus nassem Gras oder dem Rough lässt sich der Ball ohnehin schwerer stoppen: Planen Sie dort bewusst mehr Roll ein, statt auf den Stopp durch Spin zu vertrauen.
Wann ist der Putt-Chip die bessere Wahl?
Der Putt-Chip wird mit einem Eisen (6 bis 9) oder dem Putter gespielt, wobei der Schläger steil gestellt wird, sodass er auf der Spitze steht. Der Griff erfolgt tief am Schaft, ähnlich wie beim Putten. Der Ball liegt links der Mitte im Stand, das Schlägerblatt ist leicht geschlossen. Die Bewegung fegt den Ball quasi vom Boden weg, ohne das Abwinkeln des Handgelenks.
Diese Variante eignet sich direkt hinter dem Grünrand bei ebenem, kurzem Gras. Führt die ideale Puttlinie über einen Sprinklerdeckel oder eine beschädigte Stelle, ist der Putt-Chip die sinnvollste Lösung. Sein Vorteil: weniger Fehlerquellen als beim Chip und grundsätzlich einfacher zu kontrollieren.
Was ist der Bump-and-Run?
Der Bump-and-Run ist ein flacher Laufschlag, bei dem der Ball früh landet und dann über das Grün rollt. Er unterscheidet sich vom Chip dadurch, dass der Landepunkt bewusst vor dem Grün gewählt wird. Der Ball läuft also über den Grünrand hinein, statt auf dem Grün aufzusetzen. Typische Situation: Links-Kurs, harter oder trockener Untergrund, oder viel Fläche auf dem Grün vor dem Loch. Gespielt wird dieser meistens mit einem mittleren Eisen (5 bis 7), der Schwung ähnelt dem Putten. Auf weichem Boden oder bei Hindernissen zwischen Ball und Grün ist er dagegen ungeeignet.
Welcher Schläger eignet sich für den Annäherungsschlag?
Die Schlägerwahl ist keine Frage des Könnens, sondern der Situation. Der Loft (Neigungswinkel der Schlagfläche) bestimmt, wie hoch der Ball fliegt und wie weit er rollt: mehr Loft bedeutet mehr Höhe und weniger Roll. Für die Entscheidung hilft folgende Wenn-dann-Regel:
- Grünrand unter 5 m, Boden eben, kein Hindernis → Putt-Chip mit Putter oder Eisen 6-9
- 5 bis 20 m Distanz, Hindernis unter 1 m Höhe → Chip mit 8er Eisen
- Hindernis über 1 m oder Distanz über 20 m → Pitch mit Gap Wedge oder Sand Wedge
- Links-Kurs, harter Untergrund, viel Grün vor dem Loch → Bump-and-Run mit Eisen 5-7
| Situation | Schläger |
| Kurze Distanz, viel Grün vor dem Loch | 7er oder 8er Eisen |
| Mittlere Distanz oder kleines Hindernis | Pitching Wedge/Gap Wedge |
| Hoher Ballflug nötig, wenig Platz | Sand Wedge/Lob Wedge |
| Grünrand, ebener Boden | Putter oder Eisen 6-9 (Putt-Chip) |
| Harter Untergrund, viel Rollweg | Eisen 5-7 (Bump-and-Run) |
Spielszenario: Ball 18 m hinter dem Grün
Bei 18 Metern hinter dem Grün, weichem Boden und einem Bunker davor ist der Pitch mit dem Sand Wedge die richtige Wahl. Bump-and-Run und Putt-Chip scheiden aus. Der hohe Ballflug über das Hindernis mit Backspin ist hier die sicherste Lösung.
Stellen Sie sich folgende Situation vor: Der Ball liegt 18 Meter hinter dem Grün, davor ist ein Bunker, der Boden ist nach dem Regen weich. Der Bump-and-Run scheidet aus, weil der weiche Untergrund den Ball zu früh stoppt und der Bunker einen flachen Laufschlag blockiert. Der Putt-Chip funktioniert nicht, weil der Landepunkt zu weit vom Grün entfernt ist. Die richtige Wahl ist ein Pitch mit dem Sand Wedge: hoher Ballflug über den Bunker, steiler Eintreffwinkel, Backspin stoppt den Ball auf dem Grün. Einsteiger greifen hier häufig zu einem Chipper, einem Spezialschläger mit mittlerem Loft, der die Ausführung vereinfacht. Über Hindernisse reicht sein Loft jedoch oft nicht aus.
Wie führe ich den Annäherungsschlag technisch richtig aus?
Beim Chip steht man eng und offen, Gewicht liegt vorne, Schultern führen den Schwung, Handgelenke bleiben ruhig. Beim Pitch ist der Schwung größer und steiler. Ein sauberer Divot nach dem Ball bestätigt die korrekte Ausführung. Vier Faktoren entscheiden über das Ergebnis: Balllage, Distanz, Loft und Bodenbeschaffenheit.
Die wichtigsten Grundlagen für Chip und Pitch
Beim Chip steht man eng und leicht offen, das Gewicht liegt auf dem vorderen Fuß, der Ball etwas weiter hinten im Stand. Der Schwung wird von den Schultern geführt, die Handgelenke bleiben ruhig. Der Griffdruck ist locker, aber kontrolliert.
Beim Pitch ist der Schwung größer, der Eintreffwinkel steiler. Ein guter Pitch hinterlässt ein Divot nach dem Ball. Das zeigt, dass der Ball eingeklemmt und nicht unterfahren wurde. Abgenutzte Wedge-Rillen kosten nachweisbar Spin, weshalb ein regelmäßiger Schlägerwechsel sinnvoll ist.
Welche Faktoren beeinflussen das Ergebnis?
Vier Faktoren entscheiden: Balllage (Fairway, Rough oder Divot), Distanz zum Loch, Loft des gewählten Schlägers und Bodenbeschaffenheit. Auf hartem, trockenem Untergrund rollt der Ball weiter, auf weichem Boden bleibt er früher liegen. Bei Wind, besonders auf Links-Kursen, ist ein flacher, windschnittiger Annäherungsschlag dem hohen Pitch vorzuziehen.
Welche Fehler passieren beim Annäherungsschlag am häufigsten?
Vier Probleme treten besonders häufig auf:
- Zu viel Handgelenkbewegung: führt zu Toppern oder Fatshots.
- Gewicht zu weit hinten im Stand: der Ball fliegt zu hoch oder bleibt zu kurz.
- Falscher Schläger für die Lage: zu viel Loft auf engem Grün oder zu wenig über dem Hindernis.
- Zu viel Kraft: Annäherungsschläge leben von Kontrolle, nicht von Stärke.
Die meisten Probleme entstehen nicht durch mangelndes Talent, sondern durch zu wenig Übung auf kurzen Distanzen. Spieler, die das kurze Spiel auf dem Übungsgrün vernachlässigen und stattdessen nur am Abschlag trainieren, werden kaum Fortschritte im Score sehen.
Wie können Sie Ihren Annäherungsschlag gezielt trainieren?
Die vier wirksamsten Übungen sind die Chip-Ziel-Übung, der Ein-Hand-Drill, das Putt-Chip-Training vom Grünrand und die Distanzleiter mit der Uhr-Methode. Videofeedback oder eine Stunde mit einem Golflehrer beschleunigt den Lernprozess deutlich stärker als reines Wiederholungstraining.
Einfache Übungen für zu Hause und auf dem Platz
- Chip-Ziel-Übung: Handtuch oder Reifen als Zielzone auf das Übungsgrün legen und Chips darauf spielen.
- Ein-Hand-Drill: Chips nur mit der führenden Hand spielen, um eine ruhige Handgelenkführung zu trainieren.
- Putt-Chip-Training: vom Grünrand mit dem Putter üben, um ein Gefühl für den Roll zu entwickeln.
- Distanzleiter: aus 10, 20 und 30 Metern spielen, gesteuert nach der Uhr-Methode.
Die Uhr-Methode funktioniert als mentales Modell: Ein Schwung bis zur 7-Uhr-Position (Schläger auf Hüfthöhe) ergibt etwa 20 Meter, ein Schwung bis zur 9-Uhr-Position (Schläger parallel zum Boden) etwa 40 Meter. Einsteiger lernen so, Distanzkontrolle als erlernbares System zu verstehen.
Welche Hilfsmittel helfen beim Training?
Alignment Sticks helfen, Stand und Schwungbahn zu kontrollieren. Darüber hinaus ersetzen Zielreifen oder Handtücher teure Trainingsgeräte. Ein Chipping-Netz ermöglicht Training zu Hause. Die effektivste Methode bleibt Videofeedback oder eine Stunde mit einem Golflehrer: Fehler im Bewegungsablauf lassen sich so deutlich schneller korrigieren als durch reines Wiederholungstraining.

Warum ein gutes Annäherungsspiel Ihren gesamten Score verbessert
Der kausale Zusammenhang ist eindeutig: Ein präziser Annäherungsschlag verkürzt die verbleibende Putt-Distanz, kürzere Putts werden häufiger getroffen, und weniger Putts pro Loch senken den Score.
Auch wenn Studien wie die Strokes-Gained-Analyse von Mark Broadie zeigen, dass die größten Score-Unterschiede zwischen Amateuren häufig im langen Spiel entstehen, liefert gezieltes Training des kurzen Spiels den schnellsten messbaren Fortschritt pro Übungsstunde. Wer seinen Annäherungsschlag verbessert, sieht oft innerhalb weniger Trainingseinheiten spürbare Ergebnisse – ein guter Grund, hier gezielt anzusetzen. Dazu kommt ein psychologischer Effekt: Wer die Annäherung beherrscht, wird entspannter an schwierige Lagen herangehen.
Für Einsteiger sind Putt-Chip und Chip die zugänglichsten Varianten, weil sie weniger Schwungkomplexität erfordern. Ambitionierte Spieler profitieren davon, den Pitch mit Wedge-Kontrolle zu verfeinern. Hier liegt das größte Potenzial für Score-Einsparungen auf Championship-Kursen.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Annäherungsschlag beim Golfen?
Ein Annäherungsschlag (englisch: Approach) bringt den Ball aus kurzer bis mittlerer Distanz möglichst nah ans Loch, bevor der Putt folgt. Er wird gespielt, wenn der Ball noch nicht auf dem Grün liegt. Typische Varianten sind Chip, Pitch, Putt-Chip und Bump-and-Run.
Was zählt im Golf zu den Annäherungsschlägen?
Zu den Annäherungsschlägen zählen alle Schläge vom Vorgrün oder aus kurzer Distanz, mit denen der Ball auf das Grün oder nahe an das Loch gespielt wird. der Chip (niedriger Ballflug, viel Roll), der Pitch (hoher Ballflug, wenig Roll), der Putt-Chip (mit Putter oder flachem Eisen vom Grünrand) und der Bump-and-Run (flacher Laufschlag auf hartem Untergrund). Alle vier gehören zum kurzen Spiel (Short Game).
Wie kann man das Annäherungsspiel im Golf verbessern?
Das Annäherungsspiel verbessert sich am schnellsten durch gezieltes Üben auf kurze Distanzen. Hilfreich sind Zielübungen auf dem Übungsgrün, die Distanzleiter mit der Uhr-Methode und Drills zur Reduktion der Handgelenkbewegung. Regelmäßiges Feedback durch einen Golflehrer oder Videoanalyse beschleunigt den Lernprozess deutlich.
Welcher Schläger ist der richtige für den Annäherungsschlag?
Das hängt von der Situation ab: Für kurze Chips mit viel Grün vor dem Loch eignet sich ein 7er oder 8er Eisen. Für mittlere Distanzen oder Hindernisse ist ein Pitching Wedge oder Gap Wedge sinnvoll. Bei sehr hohem Ballflug auf engem Raum kommt ein Sand Wedge oder Lob Wedge zum Einsatz. Auf hartem Untergrund mit viel Rollweg ist die bessere Wahl ein mittleres Eisen für den Bump-and-Run.
Was ist der Unterschied zwischen Chip und Pitch im Golf?
Der Chip ist ein flacher Annäherungsschlag mit wenig Schwung: kurzer Flug, viel Roll. Der Pitch fliegt höher, rollt kaum und erfordert einen größeren Schwung mit steilem Eintreffwinkel. Chips eignen sich für kurze Distanzen mit freiem Grün, Pitches für größere Distanzen oder wenn Hindernisse überwunden werden müssen.
Wie weit ist ein typischer Annäherungsschlag?
Annäherungsschläge werden meist aus Distanzen unter 100 Metern gespielt, häufig unter 50 Metern. Chips kommen oft aus wenigen Metern hinter dem Grünrand, Pitches aus 20 bis 80 Metern. Die genaue Distanz hängt vom Spielfeld, der Balllage und der Spielsituation ab.
Welche Schlagarten gibt es im Golf?
Im Golf unterscheidet man zwischen dem vollen Schwung (Drive, Fairway-Schläge), dem kurzen Spiel (Chip, Pitch, Putt-Chip, Bump-and-Run) und dem Putten. Der Annäherungsschlag gehört zum kurzen Spiel und umfasst alle Schläge, die den Ball vom Vorgrün auf das Grün bringen sollen.
Darleen Wehner
Junior Sales Expert
Als Spitzengolferin mit Handicap 5 weiß sie aus eigener Erfahrung genau, worauf es Golfspielerinnen und Golfspielern on und off the course ankommt.
„Golf bedeutet für mich Präzision, Leidenschaft – und die Freude, besondere Plätze spielen zu dürfen.“

