Der Pitch beim Golf: Mit dieser Technik gelingt der perfekte Pitch
Darleen Wehner
Junior Sales Expert
📅 Aktualisiert am 30.07.2026
⏱ Lesezeit: 12 Minuten

Kaum ein Schlag entscheidet so oft über eine gute Runde wie der Pitch. Er beginnt dort, wo das lange Spiel endet, im Bereich zwischen 20 und 100 Metern vor der Fahne. Wer sicher pitchen kann, spart auf jeder Runde wertvolle Schläge. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf es beim Pitch-Golf wirklich ankommt: von der sauberen Technik über die richtige Schlägerwahl bis zu den typischen Fehlern, die Sie sich in Zukunft sparen.
INHALTSVERZEICHNIS
Was ist ein Pitch beim Golf?
Ein Pitch ist ein kurzer Annäherungsschlag mit hoher Flugkurve. Anders als beim langen Spiel geht es beim Pitch nicht um Weite, sondern um Präzision: Der Ball steigt steil auf, fliegt den größten Teil der Distanz durch die Luft und bleibt nach der Landung schnell liegen. Genau dieser kurze Auslauf macht den Pitch so wertvoll. Er erlaubt es, die Fahne direkt anzugreifen, auch wenn zwischen Ball und Grün ein Bunker, ein Wasserhindernis oder hohes Rough liegt.
Typischerweise kommt der Pitch aus einer Distanz von etwa 20 bis 100 Metern zum Einsatz, also überall dort, wo ein voller Schwung zu weit wäre, ein flacher Chip aber nicht ausreicht. Das Kurzspiel, zu dem der Pitch gehört, entscheidet auf der Runde häufig über das Ergebnis: Ein Großteil aller Schläge einer typischen Runde fällt innerhalb von 100 Metern zur Fahne. Wer zuverlässig pitcht, verwandelt schwierige Ausgangslagen in echte Par- und Birdie-Chancen.
Expertentipp: Pitch ist nicht gleich Pitchmarke
Der Begriff „Pitch“ taucht auf dem Platz doppelt auf. Gemeint ist zum einen der Schlag, zum anderen die Pitchmarke: der kleine Einschlagkrater, den der aufsteigende Ball beim Landen im weichen Grün hinterlässt. Diese Vertiefung reparieren Sie mit einer Pitchgabel (umgangssprachlich auch „Pitchmarker“ genannt). Bitte immer ausbessern: Das gehört zur Golf-Etikette und hält die Grüns für alle in Topzustand.
Pitch-Technik: Wie gelingt der perfekte Pitch?
Ein guter Pitch entsteht nicht aus Kraft, sondern aus einem sauberen Bewegungsablauf. Auf die folgenden Faktoren sollten Sie beim Pitch achten:
1. Set-up: Stand, Ballposition und Gewichtsverlagerung
Wählen Sie einen etwas schmaleren Stand als beim vollen Schwung. Die Ballposition liegt mittig bis leicht hinter der Mitte, sodass Sie den Ball zuerst und dann den Boden treffen. Verlagern Sie rund 55 bis 60 Prozent Ihres Gewichts auf den vorderen Fuß und behalten Sie diese Verteilung während des gesamten Schwungs bei. Die Hände liegen leicht vor dem Ball. So ist der Schaft minimal nach vorn geneigt und der Loft des Schlägers arbeitet für Sie.
2. Der Rückschwung: Kontrolliertes Anwinkeln der Handgelenke
Der Pitch wird überwiegend aus den Schultern gespielt, begleitet von einem sanften, kontrollierten Anwinkeln der Handgelenke. Die Länge des Rückschwungs steuert die Weite: kurzer Rückschwung für kurze Distanzen, längerer Rückschwung für mehr Weite. Denken Sie in „Zifferblatt-Positionen“ – etwa 7:30 Uhr, 9 Uhr oder 10:30 Uhr – um Ihre Distanzen reproduzierbar zu machen.
3. Der Durchschwung: Beschleunigen, nicht abbremsen
Der wichtigste Grundsatz überhaupt: Beschleunigen Sie durch den Ball. Der Durchschwung sollte mindestens so lang, eher noch länger sein als der Rückschwung. Der Schlägerkopf trifft den Ball auf dem Weg nach unten. Sie „helfen“ dem Ball nicht in die Luft, der Loft des Schlägers erledigt das von allein. Halten Sie die Hände ruhig und führen Sie die Bewegung sauber durch bis in einen kontrollierten Finish.

Expertentipp: Weite bestimmen beim Pitch
Nicht die Kraft, sondern die Länge des Schwungs bestimmt beim Pitch die Weite. Legen Sie sich mit einem Wedge drei feste Schwunglängen zu und notieren Sie die jeweils erzielte Carry-Distanz. So haben Sie für jede Situation eine verlässliche Referenz und müssen nicht „nach Gefühl“ raten.
Welche Schläger eignen sich beim Pitchen?
Gepitcht wird mit Wedges. Ihr hoher Loft sorgt für die steile Flugkurve, während der Bounce (Prallwinkel) das Eingraben im Boden verhindert. Welches Wedge Sie wählen, hängt von Distanz, Flughöhe und Untergrund ab. Als Orientierung dienen diese Loft-Bereiche:
| Wedge | Typischer Loft | Einsatz beim Pitchen |
| Pitching Wedge (PW) | ca. 41°-48° | Längere Pitches mit flacherer Kurve und mehr Auslauf |
| Gap/Approach Wedge (AW) | ca. 50°-52° | Mittlere Distanzen (zwischen Pitching Wedge und Sand Wedge) |
| Sand Wedge (SW) | ca. 54°-56° | Kurze, hohe Pitches; auch aus dem Bunker und weichem Rough |
| Lob Wedge (LW) | ca. 58°-60° | Sehr hohe, kurze Pitches über Hindernisse mit minimalem Auslauf |
Ein praktischer Rat für den Einstieg:
Lernen Sie den Pitch zunächst mit einem einzigen, vertrauten Wedge – häufig dem Sand Wedge oder dem Gap Wedge. Erst wenn Sie damit ein sicheres Gefühl für Kontakt und Flugkurve entwickelt haben, lohnt es sich, die Weite über verschiedene Wedges zu variieren.
Die 5 häufigsten Fehler beim Pitchen
Die meisten misslungenen Pitches gehen auf eine kleine Zahl wiederkehrender Fehler zurück:
- Abbremsen vor dem Ball: Aus Angst vor zu viel Weite wird der Durchschwung verzögert. Die Folge sind fette oder getoppte Schläge. Die Lösung: konsequent beschleunigen und die Weite über die Rückschwunglänge steuern.
- Den Ball „hochheben“ wollen: Viele versuchen, den Ball mit einer Löffelbewegung in die Luft zu befördern. Der Loft des Wedges erledigt das von allein.
- Zu viel Handgelenkseinsatz: Übermäßiges Anwinkeln führt zu einem unberechenbaren Schlag. Eine ruhige, aus den Schultern geführte Bewegung liefert konstantere Ergebnisse.
- Falsche Ballposition und Gewichtsverlagerung: Ein zu weit vorne liegender Ball oder Gewicht auf dem hinteren Fuß führen zu dünnem oder fettem Kontakt. Positionieren Sie den Ball mittig bis leicht hinten und verlagern Ihr Gewicht leicht nach vorne.
- Verkrampfter Griff und Körperspannung: Ein zu fester Griffdruck raubt das Gefühl beim Golfen. Halten Sie den Schläger locker.
Trainingstipps: So trainieren Sie Pitchen
Kurzspiel ist reine Übungssache und lässt sich mit wenig Aufwand trainieren. Diese Übungen bringen Sie schnell voran:
Übung 1: Die Landezonen-Übung
Legen Sie auf dem Übungsgrün einen Schirm, ein Handtuch oder einen Markierungsring als Landezone aus. Ziel ist nicht die Fahne, sondern der Punkt, an dem der Ball zuerst aufkommt. So schulen Sie beim Pitch die Kontrolle über den Landepunkt.
Übung 2: Die Drei-Längen-Kalibrierung
Spielen Sie mit einem Wedge bewusst drei Schwunglängen (z. B. Hüfthöhe, Brusthöhe, Schulterhöhe) und messen Sie die jeweilige Carry-Weite. Wiederholen Sie das, bis Sie Ihre drei „Standard-Pitches“ abrufbar haben. Diese Referenz nehmen Sie direkt mit auf den Platz.
Übung 3: Die Rhythmus-Übung
Zählen Sie innerlich einen gleichmäßigen Takt („eins und zwei und…“) für Rück- und Durchschwung. Ein konstanter Rhythmus verhindert das gefürchtete Abbremsen und sorgt für sauberen Kontakt.
Expertentipp: Weite bestimmen beim Pitch
Nicht die Kraft, sondern die Länge des Schwungs bestimmt beim Pitch die Weite. Legen Sie sich mit einem Wedge drei feste Schwunglängen zu und notieren Sie die jeweils erzielte Carry-Distanz. So haben Sie für jede Situation eine verlässliche Referenz und müssen nicht „nach Gefühl“ raten.
Was ist der Unterschied zwischen Chippen und Pitchen?
Chip und Pitch werden oft verwechselt, verfolgen aber gegensätzliche Ziele. Die einfachste Faustregel lautet: Der Chip rollt, der Pitch fliegt.
| Chip | Pitch | |
|---|---|---|
| Flugkurve | flach, niedrig | hoch, steil |
| Flug- vs. Rollanteil | wenig Flug, viel Rollen | viel Flug, wenig Rollen |
| Distanz | sehr kurz, direkt am Grün | kurz bis mittel (ca. 20–100 m) |
| Handgelenkseinsatz | minimal | kontrolliertes Anwinkeln der Handgelenke |
| Schwunglänge | kurz, puttähnlich | länger |
| Typische Schläger | von Pitching Wedge bis Eisen 7/8 | Wedges (PW bis LW) |
Die praktische Entscheidung fällt nach dieser Frage: Ist der Weg zur Fahne frei und viel Grün vorhanden? Dann ist der flache, sichere Chip meist die klügere Wahl. Liegt ein Hindernis dazwischen oder ist nur wenig Grün zum Ausrollen da? Dann führt am hohen Pitch kein Weg vorbei. Beide Schläge gehören ins Repertoire, der Golf-Könner wählt situativ das passende Werkzeug.
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Häufig gestellte Fragen
Aus welcher Entfernung pitcht man beim Golf?
In der Regel aus etwa 20 bis 100 Metern zur Fahne. Für kürzere Distanzen direkt am Grün eignet sich meist der Chip, für weitere der volle Schwung. Der genaue Übergang hängt von Ihren persönlichen Wedge-Distanzen ab.
Warum treffe ich beim Pitchen fett oder dünn?
Meist liegt es am Abbremsen vor dem Ball oder am Versuch, den Ball aktiv hochzuheben. Beschleunigen Sie konsequent durch den Ball, halten Sie das Gewicht leicht auf dem vorderen Fuß und lassen Sie den Loft des Schlägers die Arbeit machen.
Wie verbessere ich mein Pitchen am schnellsten?
Durch gezieltes Kurzspiel-Training mit Fokus auf den Landepunkt und eine konstante Distanzkontrolle über die Schwunglänge. Schon 20 bewusste Minuten am Übungsgrün pro Woche bringen spürbaren Fortschritt.
Darleen Wehner
Junior Sales Expert
Als Spitzengolferin mit Handicap 5 weiß sie aus eigener Erfahrung genau, worauf es Golfspielerinnen und Golfspielern on und off the course ankommt.
„Golf bedeutet für mich Präzision, Leidenschaft – und die Freude, besondere Plätze spielen zu dürfen.“

